
Bücherliste?
Wir haben uns entschieden, keine Bücherliste zu veröffentlichen, da
man auf anderen seriösen Websites (z. B. www.veid.de)
schon umfangreiche Listen findet.
Statt dessen werden wir in Zukunft in unregelmäßigen Abständen an
diesem Ort ein interessantes Buch vorstellen.
Still geboren
Lesenswert - Eine Empfehlung von Annette Meier-Braun
Psychologie heute 10/07 S.20ff
Wenn das Leben auseinander fällt
von Kathleen McGowan
"Nach schweren Schicksalsschlägen, Krisen und Traumata müssen wir unser
Leben neu sortieren. Wenn es uns gelingt, die innersten Kräfte zu
mobilisieren, können wir über uns selbst hinauswachsen: Das
"posttraumatische Wachstum" macht uns reifer, stärker - und oft auch
glücklicher als zuvor. ..."
Der Artikel kann von
http://www.psychologie-heute.de heruntergeladen werden (Gebühr 1,40
Euro).
Dilip – Wir sterben doch nicht der
Reihe nach
von Anna Patell
Satzwerk Verlag, Göttingen, Dezember 2003
ISBN 3-9303-3347-3
192 S., 16,00 €
Gelesen von Uta Gütschow
Der 13 jährige Dilip verunglückt während eines Schullandheimaufenthalts in den Bergen unter ungeklärten Umständen tödlich.
Seine Mutter schildert in diesem Buch die Situation der Familie nach der Todesnachricht. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Auseinandersetzung mit der Schule um die Anerkennung, dass Dilip nicht leichtfertig weggelaufen ist, sondern erlaubt mit einer Gruppe unterwegs war, als der Unfall passierte.
Die Verletzungen, die die Familie noch zusätzlich zu ihrem Schmerz durch Gedankenlosigkeit, Rückzug und defensives Verhalten der Schule erleidet, werden eindringlich dargestellt. Dies betrifft nicht nur die Eltern, die in ihrer Suche nach der Wahrheit auf Unverständnis stoßen, sondern auch die jüngeren Brüder, deren Trauer von der Schule kaum wahrgenommen wird.
Dieses Buch ist ein erschütternder Bericht, was der Tod eines Kindes für eine Familie bedeutet. Tröstlich ist die Darstellung der vielen großen und kleinen Hilfen, mit denen gute Freunde, aber auch andere Menschen, die Familie in dieser schweren Zeit unterstützten und so ein „Weitermachen“ ermöglichten.
Darüber hinaus handelt es sich um ein wichtiges und eindringliches Plädoyer für mehr Sensibilität im Umgang mit dem Thema Tod und Trauer in der Schule.
Wenn Kinder Angst haben - Wie wir helfen können
ISBN: 3491401062 oder 978-3491401068
1. Auflage Februar 2007 Patmos Verlag
180 Seiten, 14,90 €
Gelesen von Marianne Werner
Das umfangreiche Buch von Monika Specht-Tomann, Psychologin, Physiotherapeutin und Universitätslektorin gibt eine Übersicht zu unterschiedlichen Angstbereichen, die in jedem Kinderleben vorkommen können.
Im Teil 1 geht es um typische Kinderängste vom Säugling bis zum Schulkind. Es wird herausgestellt, dass sich das Gefühl „Angst“ in eine Kraft verwandeln kann - als Motor für positive Veränderungen und Neuorientierungen. Anhand von vielen Fallbeispielen (Beispiele aus dem Kinderalltag) wird einfühlend und anschaulich erläutert, wie Kinder oft selbst Strategien entwickeln können um mit ihrer Angst machenden Situation umzugehen.
Im Teil 2 werden spezielle Situationen dargestellt, die Kinderseelen belasten. Angefangen von alltäglichen Situationen wie vom Übergang vom Tag zur Nacht bis Fragen von Krankheit und Tod, Scheidung, sowie neue soziale Situationen wie Kindergartenzeit und Schulbeginn und um Katastrophen. Jedes Thema wird sehr ausführlich behandelt und ist in sich abgeschlossen.
Zum Kapitel Krankheit und Tod möchte ich etwas näher eingehen.
Geschwisterkinder werden oft bei nahen Verlusten vergessen. Zu
alterstypischen Ängsten kommt häufig die Angst von Trennung von
Vertrautem und Kinder fühlen sich oft schuldig am Tod. Anhand von
Beispielen wird auf alterstypische Fragen und Ängste eingegangen und
angeregt, dass Kinder die Gedanken und Gefühle aussprechen und sie
nicht allein sind in ihrer Fantasie und Gedankenwelt.
Manches ist mir jetzt verständlicher, besonders die Aussagen und Fragen
unseres jetzt mittlerweile erwachsenen Sohnes, während der Erkrankung
und dem Sterben unserer Tochter vor 15 Jahren.
Das Buch ist sehr gut zu lesen, ist aufgelockert mit Abbildungen, kleinen Texten, macht auch Mut, den eigenen Ängsten Worte zu geben. Hilfreich und wohltuend fand ich auch, dass es in der Begleitung nicht so sehr darauf ankommt alles wissen, erklären und verstehen zu können, sondern es geht vielmehr um die Bereitschaft sich gemeinsam auf die Suche zu begehen.
Das Buch ist erschienen Februar 2007 beim Patmos Verlag hat 180 Seiten und kostet 14,90 €
Sabine
Weiland „Wenn Worte fehlen“
Vom Umgang mit Trauernden
mvg Verlag
ISBN: 3-636-06247-6 oder 978-3636062475
Rezension von Hanne Shah
Sabine Weilands Buch „Wenn Worte fehlen“ richtet sich nicht nur an
Trauernde selbst, sondern vor allem an Menschen, die mit Trauernden zu
tun haben. Lesenswert für Freunde, Familienangehörige, Nachbarn und
einfach Begleiter von Trauernden. Besonders angesprochen werden
Menschen, die von Berufs wegen mit Hinterbliebenen zu tun haben.
Dazu gehören eben nicht nur Pfarrer, Bestatter, Pflegepersonal und
Ärzte, sondern auch Rechtsanwälte, Lehrer und Journalisten.
Sachlich und dennoch einfühlsam beschreibt sie, wie sich Trauernde
oft fühlen, was Trauernden gut tut und was ihnen nicht hilft.
Das Buch geht ein auf die unterschiedliche Trauer von Kindern, Eltern,
die ein Kind verloren haben und Menschen, die einen Partner verloren
haben.
Extra Kapitel sind verschiedenen begleitenden Berufen gewidmet:
Lehrern, Polizisten, Rechtsanwälten, Seelsorgern.
Das Buch ist ein Leitfaden in einer schwierigen Zeit, die viele
Menschen hilflos macht.
Zum Abschluss geht Sabine Weiland kurz auf die Besonderheiten von
Tod und Trauer in den unterschiedlichen Religionen ein.
Ein lesenswertes Buch - ganz besonders zur Einführung für Menschen die
Trauernde begleiten möchten.
Über die Autorin:
Sabine Weiland studierte Krankenpflege und qualifizierte sich über
Fernstudium und Seminare als Journalistin. Seit 1997 ist sie als
Medizinjournalistin tätig. Sie publizierte verschiedene Artikel über
Tod Trauerbegleitung und Kinderhospizarbeit.
Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Schwerin. Sie ist Mutter von drei
Kindern und selbst betroffen durch den unerwarteten und frühen Tod
ihres ersten Kindes.
Flieg Hilde flieg!
Rezension von Annette Meier-Braun, Dipl.-Psychologin
Das kleine Buch von Jörg Stanko hinterließ bei meiner Familie, angefangen beim jüngsten Sohn mit 11 Jahren bis zu meinem Mann ein Lächeln im Gesicht.
Der Frage, wo Tante Hilda nach ihrem Tod geblieben ist, wird ganz unbeschwert und angstfrei nachgegangen. Pia bekommt Antworten von Onkel Bruno, von Christian, von Oma, ihrer Mutter, und Freund Peter, der viel gereist ist. Jeder hat eine andere Antwort darauf, was mit Tante Hilde passiert ist. Dabei erfährt man, was verschiedene Weltreligionen dazu zu sagen haben. Mit Hilfe von Blumendünger, Herrn Jesus, Kühen in Indien, der Seele, einem Schwimmbad, Tee in Schnabeltassen werden das Leben, der Tod und die Wiedergeburt sehr anschaulich erklärt.
Besonders gut gefallen haben meinem jüngsten Sohn die Bilder von Heike Jankowski, die gut zur Leichtigkeit des Textes passen. Zwar weiß er nicht, wer Janis Joplin war, - das sind dann eher Schmunzelmomente für die Erwachsenen -, aber er hatte Spaß beim Lesen. Er meinte, er wisse jetzt mehr darüber, dass es ganz verschiedene Meinungen darüber gibt, was mit den Menschen nach ihrem Tod passiert, dass es aber keiner wirklich weiß. Und wenn Pia glaubt, im Himmel rieche es nach den Dingen, die die Oma gerne gehabt hat, so denkt er, dass es auch nach dem Dieselmotor vom Schiff seines toten Opas riecht.
Ein kleines heiteres Buch, dass ganz unverkrampft mit dem
Thema Tod umgeht.
Geeignet für Kinder ab dem Grundschulalter.
Erschienen bei Limette-Kinderbücher, Preis: 10.90 €
Das Buch ist ein Paperback
ungefähr im Format DinA5 quer,
die Bilder sind einseitig.