
Der Umgang mit trauernden Eltern ist ein besonders sensibles Thema. Oft erzählen Betroffene darüber, dass sie Reaktionen des Umfeldes als sehr verletzend, kränkend und destruktiv erlebt haben. Das, was als Trost gedacht war, erleben sie wie Schläge ins Gesicht. Denn es gibt keinen Trost in einer solchen Situation.
Die meisten haben solche Reaktionen und Verhaltensweisen in unterschiedlichen Situationen und Ausprägungen erlebt, angefangen vom Wechseln auf die andere Straßenseite, Ignorieren des Verlustes und so tun als sei nichts geschehen und zahlreichen verbalen Äußerungen wie: „das Leben geht weiter, die Zeit heilt alle Wunden, du musst an deine anderen Kinder denken, du kannst ja noch Kinder bekommen…“usw., um nur ein paar eher harmlose Äußerungen zu nennen. Ich erlebe oft, dass dies in vielen Einzelgesprächen mit Betroffenen, aber auch in den Gruppen thematisiert wird. Im Gespräch miteinander ist es notwendig, solche Erfahrungen neu zu bewerten, indem deutlich wird, dass andere überfordert sind und selbst Angst haben.
Verstanden in ihrem Schmerz fühlen sich Trauernde, wenn der Andere die eigene Betroffenheit zulässt und auch seine Ohnmacht und Unsicherheit zeigen kann.