Arbeitskreis trauernde Eltern und Geschwister

in Baden-Württemberg

Umgang mit trauernden Eltern 1

Nach dem Tod beginnt ein langer und schwerer Weg durch die Trauer. Der einzige Weg, wirklich über die Trauer hinwegzukommen, führt mitten durch sie hindurch. Und wie bereits gesagt, ist die Trauer um ein verstorbenes Kind kein Prozess, der beendet wird. Vielmehr handelt es sich um einen ständigen, sich verändernden Prozess, auf den der Wortsinn procedere – voranschreiten ja auch hinweist.
Am Anfang des Prozesses steht sozusagen öffentlich die Tragödie des Todes. Viel Kraft und Energie wird gebraucht den Verlust und damit den Tod zu realisieren, überhaupt den Alltag irgendwie zu bewältigen. Danach findet die Trauer innerpsychisch und für die Umwelt nicht sichtbar statt. Trauer erfasst den gesamten Menschen, physisch und psychisch. Er ist mit sich selbst beschäftigt, seinen Fragen nach Lebens-Sinn und daraus folgenden Veränderungen und Wandlungen.

Die Frage an Eltern: „Wie lange dauert eure Trauer?“ ist somit völlig überflüssig, denn:
Eltern, denen es im Laufe ihres Trauerprozesses gelingt, ihrem toten Kind einen bleibenden Platz in ihrem Leben zu geben, werden mit ihrer Trauer leben lernen. Der Satz: „Sie ist nicht einfach weg, sondern sie ist anders da.“ macht das deutlich. Das bedeutet, dass das tote Kind einen neuen, anderen Platz in der Familie erhält. Trauer hilft, eine neue Beziehung zum verstorbenen Kind zu finden. Es geht also nicht nur darum Abschied zu nehmen, sondern darum mit dem Verlust weiterzuleben.

Menschen, die Trauernde begleiten, in welcher Form auch immer, sollten sich, was ihre Erwartungen und ihre Haltung angeht, darüber im Klaren sein, dass es für die Betroffenen keinen Trost gibt. Der Schmerz über den Verlust kann nicht gemindert werden, er kann nur mit ausgehalten werden.
Trauerbegleitung ist individuell immer verschieden, weil jeder Mensch verschieden ist und somit individuell trauert. Und: Trauerbegleitung ist wichtig – je früher, desto besser.

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