Oft besteht Unsicherheit darüber, wie dem Trauernden
begegnet werden kann: nach meiner Erfahrung weiß der
Trauernde, was ihm gut tut und was nicht.
Es geht nicht darum, alle möglichen Hilfestellungen
im Kopf zu haben, sondern darum, ein Gefühl, einen
Zugang zur Situation des Trauernden zu bekommen, ihm
gegenüber seine eigene Betroffenheit und auch seine
Ohnmacht zulassen und zeigen zu können.
Da ich immer wieder konkret gefragt werde, was
Trauernden hilft, hier einige „Faustregeln“:
- Die Gefühle der Trauer und des Schmerzes nicht
schmälern, nicht wegnehmen, nicht verharmlosen oder
gar beschönigen, weil man trösten möchte. Die Gefühle
ernst nehmen und würdigen, einfach da sein und mit
aushalten.
- Den Verlust nicht ignorieren. Wenn man, um den
Trauernden zu schonen den Verlust nicht anspricht wird
das von ihm leicht als mangelnde Anteilnahme gewertet.
- Den Tod beim Namen nennen. Es zeigt den
Betroffenen, dass man offen ist für seine Trauer und
dass man die Situation in ihrer ganzen Härte erkennt.
- Den Trauernden fragen, was ihm gut tut, nicht über
ihn verfügen.
- Möglichkeiten zum Trauern zulassen. Tränen
zulassen. Vermitteln, dass es in Ordnung und heilsam
ist zu weinen.
- Eigene Sprachlosigkeit und Hilflosigkeit
ansprechen. Eigene Gefühle und Mitgefühl äußern, aber
nicht davon ausgehen, dass man weiß wie der andere
sich fühlt. Denn: Nicht von sich selbst auf andere
schließen. Nicht „wissen“, sondern fragen, wie es ihm
geht. Denn jeder Mensch trauert unterschiedlich.
- Resonanzboden sein für die Gefühle der Trauernden:
Erinnerungen, Geschichten, das was geschehen ist immer
wieder erzählen lassen und zuhören, auch zum 1001.
Mal. Hier geht es um die Rekonstruktion der
gemeinsamen Lebensgeschichte, die sehr wichtig für die
Trauerarbeit ist. Durch Erinnern und Wiederholen ihrer
Geschichte verarbeiten Trauernde ihren Verlust. Nicht
sagen: „Es macht dich bloß traurig darüber zu reden.“
- Schweigen ertragen.
- Menschliche Nähe ist hilfreich und tröstend. In
Krisenzeiten kann oft mehr Nähe, auch Berührungen,
Umarmungen zugelassen werden.
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