- Da Rückzug zur Trauer dazu gehört, nicht warten,
bis der Trauernde sich meldet sondern hingehen. Von
sich aus Kontakt aufnehmen.
- Damit rechnen, dass Hilfsangebote abgelehnt
werden. Trotzdem tut es den Trauernden gut zu spüren,
dass man an sie denkt, auch wenn das Angebot nicht
angenommen werden kann. Das kann beim Wiederholen des
Angebots zu einem späteren Zeitpunkt anders sein.
Trauer ist ein Prozess!
- An Fest-, Jahres-, Geburts- und Todestage denken
und dies signalisieren (durch Zeichen oder
Anwesenheit). Alles, was zum ersten Mal alleine erlebt
werden muss schmerzt sehr.
- Trauernde sind Menschen, die verlassen worden
sind. Deshalb ist es besonders wichtig, verlässlich zu
sein und Angebote und Verabredungen einhalten.
- Wenn nötig bei Bewältigung des Alltags helfen.
- Sich um Geschwister kümmern und sich Zeit für
diese nehmen.
- Auch wenn der Verlust schon eine Weile her ist,
können wir noch unsere Gefühle gegenüber dem
Trauernden ausdrücken. Besser spät als gar nicht!
- Vielleicht auch ein bisschen auf die Gesundheit
achten. Trauernde ernähren sich oft ungenügend. Das
Immunsystem Trauernder kann durch Bewegung verbessert
werden, zum Spaziergang einladen.
- Manchmal sind auch Zerstreuungsangebote durchaus
hilfreich. Akzeptieren, wenn der Betroffene nicht so
ganz dabei ist.
- Ein Buch anbieten, den Besuch einer
Selbsthilfegruppe.
- Dasein, wenn andere sich schon zurückgezogen
haben. Oft lassen die Hilfsangebote nach dem ersten
halben Jahr massiv nach. (Jetzt muss er die Trauer ja
überwunden haben). Einsamkeit tut weh.
Im Umgang mit Betroffen ist es nicht entscheidend, um
was für eine Tragödie es sich handelt. Für Eltern, deren
Kind gestorben ist, geht es darum, sich dem neuen,
veränderten Leben wieder zuzuwenden und dem Kind in
diesem einen neuen anderen Platz geben.
Gedicht
Ich beziehe mich hier im Wesentlichen auf zwei Bücher, die ich sehr
hilfreich und gut finde: zum einen „Trauer verstehen“
von Kerstin Lammer, erschienen im Neukirchener
Verlagshaus und das für mich immer noch wirklich
wichtige Buch von Hannah Lothrop, „Gute Hoffnung – jähes
Ende“, erschienen im Kösel Verlag.
Annette Meier-Braun
Dipl.-Psychologin
Anmerkung: im obenstehenden Text habe ich die Begriffe „der
Trauernde“ und „der Betroffene“ verwendet. Das gilt
natürlich für beide Geschlechter und ist keinesfalls in
irgendeiner Form wertend gemeint. Es ist eine rein
formale Wahl der Einfachheit beim Lesen halber.
ATEG-BW e.V. - Bergheimer Weg 14 - 70839 Gerlingen